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Sonntag, 9. April 2017

161 Tage seit Frankfurt

 Lange habe ich hier nichts mehr von mir lesen lassen...aus diversen Gründen: Einerseits war relativ viel los, andererseits ist doch nicht viel spektakuläres passiert...was nicht unbedingt immer das schlechteste ist.

 161 Tage sind seit meinem Zieleinlauf in Frankfurt vergangen...und es sind nur noch 14 Tage, bis ich in Hamburg an den Start gehe. Gestern habe ich meinen letzten langen Lauf absolviert, heute bin ich nicht nur körperlich, sondern auch mental relativ platt.
Gerade läuft die Liveübertragung des Hannovermarathons und des -halbmarathons...und da kam dann tatsächlich die erste Nervosität: Bin ich gut vorbereitet? Wird mein Körper fit sein? Spielt der Kopf mit? Wie wird das Wetter?? Wie wird es sein, ohne großes Supporterteam an den Start zu gehen?

(c) Haspamarathonhamburg
Ein mentales Tief hatte ich ebenfalls wieder: Ich hatte das Gefühl, der Trainingsplan ist zu hart für mich: Obwohl die Intervalle und Tempoläufe bis zu einem großen Teil ganz gut liefen, hatte ich doch das Gefühl, dass es zuviel ist und ich die angepeilte Zielpace nicht halten kann. Der Test-Halbmarathon viel aus, was mich verunsicherte. Zwischenzeitlich war ich sogar soweit, dass ich überlegte, den Startplatz wieder zu verkaufen, weil ich mental einfach nicht gut drauf war und das Gefühl hatte, es diesmal gar nicht auf die Reihe zu bekommen. Aus der Vorbereitung für Frankfurt wusste ich ja schon, dass ein mentales Tief erneut möglich ist. Natürlich wusste ich auch dass eine Marathonvorbereitung kein Wellnessurlaub ist...und habe deswegen meinen Startplatz behalten und werde am 23.4. in Hamburg an den Start gehen.

In engem Austausch mit meinem Coach lief ich dann nochmal einen Test-10er. Einfach um zu sehen, wo stehe ich körperlich und auch mental stehe. Relativ unbedarft ging ich mit dem Coach an den Start...ich wusste gar nicht so recht, was möglich war.
So kam es tatsächlich zu einer neuen persönlichen Bestleistung über 10 km nämlich 53:38 min (über 3 Minuten schneller als bei meinem letzten Test-10er) und sogar ein AK-Platz 4! Nur 30 Sekunden hätten zum Treppchen gefehlt! Darüber war ich so dermaßen baff, dass ich es gar nicht in Worte fassen konnte! Und hat mir auch ein wenig Hoffnung für Hamburg zurück gegeben. Denn es ist wirklich so :"Running teaches me that I'm capable of so much more than I ever imagined!" Und das ist wirklich so.
Ich bin gespannt, was Hamburg bringen wird.





 Karma...mittlerweile glaube ich immer mehr daran ;-)


Mittwoch, 2. November 2016

652 Tage - oder der 35. Frankfurt Marathon

 Das war er nun: mein (erster) Marathon!

Für mich ist es nach wie vor unwirklich, dass ich es tatsächlich durchgezogen und geschafft habe, dass ich ein paar erste Eindrücke und Zahlen hier mal festhalten muss...vielleicht wird es dadurch fassbarer.

"This is your day!", das Motto des Frankfurt Marathons...wie passend für mich. 
Die letzte Woche vor dem großen Tag war wirklich anstrengend, nicht wirklich körperlich, aber mental. Der Trainingsplan, bis auf ein paar sehr kurze Läufe, war geschafft, der große Tag rückte immer näher und die Aufregung steigerte sich in schier unmessbare Bereiche.
Tipps zur Renneinteilung und mentalen Stärke hatte ich mir sowohl von meinem Coach, als auch von einer Ironman Hawaii Finisherin geholt, die wirklich hilfreich waren...mir an diesen Tagen aber irgendwie nur bedingt halfen, denn die große Unbekannte namens 42,195 verunsicherte mich zusehends. Auch wenn ich wusste, dass ich den Trainingsplan, bis auf Kleinstausfälle, durchgezogen habe und es richtig und sinnvoll ist dass man diese Distanz niemals vorher läuft.
2-3 Tage davor kam ein allmorgendliches Halskratzen dazu, begleitet von Kopfschmerzen. "Alles psychogen!" versuchte ich mich selbst zu beruhigen und Friedhorst wieder in seine Ecke zu drängen. Gelang mir teilweise mäßig bis gar nicht.
In der Nacht zum Sonntag wachte ich dann im 3 Std.-Takt auf, mit absolut zunehner Nase und Kopfschmerzen und fragte mich ernsthaft, wie ich denn so bitte eine unbekannte Strecke laufen sollte?!? Glücklicherweise gelang es mir doch nochmal, ein wenig zu schlafen, bevor der Wecker klingelte, damit ich früh genug frühstückte und mich auf den Weg zum Bahnhof machte, wo ich den Coach treffen sollte.
So war ich  nicht ganz so lang auf mich allein gestellt, auch wenn ich mich unter absoluten Top-Läufern befand.
Die Zeit bis zum Start verflog dann doch relativ schnell: Umziehen war angesagt, die Jungs wollten noch ein Kaffee und natürlich musste ich nochmal aufs Klo (was natürlich länger dauerte bei den ganzen Startern). Schnell wurde dann noch ein Foto mit meiner Trainingsmitstreiterin und Freundin und dem Coach gemacht und schon musste ich den ersten Teil meines Supporterteams einsammeln, um überraschenderweise auch den 2. Teil direkt zu treffen :) Richtig viel Zeit blieb nicht mehr, um mich warm zu machen...ich war aber auch in einer Art Tunnel und kaum noch zugänglich für irgendwas. Obwohl ich in der 2. Welle starte (und somit 10min später) ging es auf einmal schon los. "Nur nicht zu schnell, nur nicht zu schnell!!", so das Credo aller und mein fester Vorsatz, was die ersten 2 km fast zu gut gelang (vermutlich auch auf Grund meines etwas spinnenden GPS-Empfangs). Die Strecke durch die Häuserschluchten war (vorallem im Nachhinein) atemberaubend und erinnert mich gerade ein wenig an New York. Bereits bei km4/5 (ich bitte um Korrektur, wenn ich mich da sehr vertue ;) ) standen meine ersten Supporter und jubelten mir zu. Super war das!! "Nur nicht überpacen, du hast noch ein bissel was vor dir", diese Gedanken begleiteten mich die ersten 10 km. Irgendwann lief ich eher nach Gefühl, weil die Paceangaben doch sehr schwankten. Bei km 10/11 standen 2 unserer Ärztinnen, die in Frankfurt wohnen und zur Strecke gekommen waren. Toll war es, die beiden Mädels zu entdecken, die sich riesig freuten, mich auch zu sehen.
Bei km 13 ging es auf der "alten Brücke" über den Main: ein kleines Stück ging es also bergauf. Dort rief mein ein gut aussehender Mann zw. 30 und 40 zu " Schön locker weiterlaufen, Carolin, weiter so!" Und ich habe tatsächlich ein paar Kilometer überlegt, ob ich diesen Herren irgendwoher kenne...oder ob er einfach nur nett war :)
Die Strecke auf der anderen Mainseite war auch relativ schnell vorbei und es war relativ schnell klar, dass aus dem rechnerischen Ziel des Trainingsplan nichts wird. Denn ab km 18 plagten mich Hüftbeschwerden beidseits, wo ich bis heute nicht weiß, ob sie muskulärer Natur oder knochenbedingt waren. So war es für mich allerhöchste Priorität, in der Festhalle anzukommen!
Bald schon ging es auf das berüchtigte Stück der Mainzer Landstraße, die sich in der Tat ziemlich zog...mir aber nicht so schlimm vorkam, wie gedacht. Allerdings freut man sich dann schon mal wieder, wenn mal wieder eine Kurve kommt so nach 4 Kilometern.
Bei etwa km35,x entdeckte ich dann zuerst mein Papa mit Familie und ein paar 100m weiter meine Mama mit Mann. Wirklich gut, dass hier nochmal bekannte Gesichter standen, denn 35km waren die magische Marke, die ich im Training bereits absolviert hatte...und zwar genau ein Mal.
Ich drängte den Gedanken "Jetzt geht der Marathon los, weiter bist du noch nie gelaufen!" gaaanz ganz tief zurück ins Hinterstübchen und ließ es nicht zu, dass mich das beeindruckte. Ok, ich wusste schon, "jetzt sind es nur noch 7 km" und man ist ja dem Ziel schon relativ nah bzw. sieht es von der Rückseite...und dreht dann doch noch ein paar Runden und Schleifen durch die Frankfurter City, denn irgendwoher müssen die 42km ja kommen ;)
Ab km 39/40 wurde es dann mental doch ein wenig härter...ich wollte einfach auch endlich den Hammering Man sehen (nicht spüren *g*), ankommen, mein Ziel erreichen, meine Familie sehen und meine wohlverdiente Medaille haben! Bei km40 entdeckte ich noch einmal unsere Ärztinnen, die diesen Schnappschuss von mir machten :)



Und Tatsache: nach 4:29:19h netto überquerte ich die Ziellinie in der Festhalle!




Ja, ich gebe zu, gern wäre ich ein wenig schneller gewesen, und sicherlich wäre auch noch ein bisschen was drin gewesen. Aber ich wollte und musste einfach ankommen...deswegen bin ich auf Sicherheit gelaufen.Wie eingangs gesagt: So ganz bin ich in der Festhalle mental noch nicht angekommen. Deswegen habe ich mal ein bisschen gerechnet, denn Zahlen lügen nicht: 652 Tage. 652 Tage, dass ist exakt die Zeit von meinem absoluten Laufbeginn zum Marathon!

P.S.: Eigentlich hätte er es gar nicht verdient, auch nur in einem P.S. in einem Beitrag über MEINEN Tag erwähnt zu werden! Trotzdem musste ich es tun: 15 min(!) nach Zieleinlauf (was dafür spricht, dass er mich aktiv über den Tracker verfolgt hat!)bekam ich eine Nachricht auf mein altes Handy von der Person mit dem unausprechlichen Namen. "Trotz der Abmachung (wie unverschämt!) wolle er mir zu meiner tollen Leistung graturlieren und mir sagen, dass er super stolz auf mich sei!" Danke du Idiot, aber was soll das?!?!! Denn eines muss dir klar sein: ich habe das alles nicht mit oder wegen dir, sondern TROTZ dir geschafft!!! Und zwar ganz alleine!

Sonntag, 4. September 2016

Dieser Lauf ist mein Lehrer!!! Oder: Mühlheimer Halbmarathon 2016

Lange war von  mir nicht zu lesen... vor allem aus Zeitmangel, weil doch relativ viel Arbeit, ein zeitintensiver Trainingsplan und auch das ein oder andere sportliche Event auf dem Plan standen.

Heute nun müsst ihr lesen, dass es auch bei mir nicht immer so läuft, wie geplant. Ich war ja bereits darauf eingestellt, dass nicht immer alles tippitoppi und mit Daumen hoch zu bewältigen sein wird. Als ich aber meine nächsten Meilensteine (nämlich das erste Mal 25 km und in der darauffolgenden Woche das erste Mal die 30km) zwar nicht mit Leichtigkeit, aber doch planmäßig und erfolgeich bezwang, machte ich mir um den eingeplanten Test-Halbmarathon keine wirklichen Gedanken und hatte eigentlich sogar vor, meine Zeit von März zu unterbieten.
Aber wie es so ist, erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Bereits gestern war ich mental nicht so gut drauf und schob es aber auf mal wieder zu viel Grübeln und das "allmonatliche Frauenproblem", was sich eigentlich bereits gestern einstellen sollte. Letzterem war aber (leider) nicht so.

So bin ich dann in aller Herrgottsfrühe für einen Sonntag aufgestanden, um noch frühstücken zu können und in aller Ruhe loszufahren und mich zu sortieren.
Das Wetter: Für jeden Läufer ein Traum, ca. 20 Grad (wobei mir das eigentlich schon wieder zu warm ist), bedeckter Himmel und ein leicht einsetztender Nieselregen, der zum Start aber schon wieder vorbei war.
Pünktlich um 9 Uhr wurde gestartet und es ging zunächst los mit 2 Runden auf der Aschebahn, bevor es in den Wald ging. Natürlich wurde ich erstmal überholt, versuchte aber bewusst, langsam zu laufen. Irgendwann hatte ich mich dann an eine Frau drangehängt, mit der ich die ersten 11 km zusammen lief, bevor ich abreißen lassen musste.
Das erste Erlebnis der 3. Art gab es aber bereits bei km 2: Ein Mann vor uns fing wie wild an zu rudern und um sich zu schlagen. Ich wunderte mich erst, warum er nach umherfliegenden Blättern schlug...Sekunden später biss es mich auch, einmal in den rechten Oberarm und in die rechte Pobacke sowie vermutlich einmal in die rechte Seite! Wie ich später erfuhr, waren es tatsächlich Hornissen!! Einige der Teilnehmer sind daraufhin wohl auch direkt umgekehrt... na ja, ich lief weiter. Aber es irritierte mich natürlich sehr, denn erstens tut das echt weh (und momentan auch immernoch) und zum anderen war ich nun gedanklich damit beschäftigt, ob sich evt eine allergische Reaktion anbahnt. Gedanklich war ich nun also mit anderen Dingen beschäftigt. 
Meine GPS-Uhr und die Geschwindigkeitsangaben waren auf Grund der Waldlastigkeit doch seh ungenau, so dass ich mich gar nicht wirklich darauf verlassen konnte. Deswegen schloss ich mich eben der anderen Mitläuferin an.
Bei km 7 tauchte auf einmal ein Oberarzt meiner Klinik auf, der es dann scheinbar doch noch zum Start geschafft hatte...bzw. etwas später startete und den anderen eben hinterher lief und mich bei km7 einfing. (Da er den Streckenplan nicht ganz im Kopf hatte, fehlt im aber fairerweise die 2. Bahn im Stadion, wie er selbst meinte ;-) ). Wir unterhielten uns kurz und verabredeten uns dann für ein Bier im Ziel.
Als ich dann ab km 12 alleine weiterlief, wurde es irgendwie richtig zäh, körperlich wie mental, trotz Verpflegung ging es mir irgendwie nicht so richtig gut. Vielleicht lag es auch an dem lange andauernden Regenschutt in Verbindung mit den Hornissenstichen? Ich weiß es nicht.
Irgendwann merkte ich dann, dass sich das "allmonatliche Frauenproblem" wohl doch anbahnte und zuschlug...zu einem der ungünstigsten Zeitpunkte überhaupt! Also ihr Männer da draußen, da habt ihr wirklich mehr wie einen Vorteil!
Mental war ich zwischendrin wirklich kurz davor, einfach abzubrechen, ich kam gar nicht mehr in den Tritt. Die letzten ca. 6 km hatte ich auch einfach nur klatschnasse Füße, eine gefühlte Pfütze im vorderen Teil meiner Schuhe, was wirklich sehr unangenehm war. Die ganze Zeit überlegte ich ebenfalls, ob ich wohl nochmal an diesem Teil mit den wildgewodenden Stechviechern vorbei muss. Entweder waren die Viecher nun müde oder die Strecke verlief wirklich anders auf dem Rückweg.
Ich war sehr froh, als ich merkte, dass das Ziel naht und konnte wenigstens den letzten km noch mal etwas anziehen. Auf den letzten Metern im Stadion sah ich tatsächlich noch meine Mitläuferin vom Anfang...allerdings gehenderweise. Ob sie schon durchs Ziel war? Ich weiß es nicht.

Nun ja, dieser Lauf war wirklich nicht meins*gr* Wenigstens bin ich nicht als allerletzte im Ziel angekommen.

Sonntag, 10. Juli 2016

Sportliches Update

Diesmal hat es ein bisschen länger bis zu einem neuen Post gedauert. Warum? Vermutlich aus 2 Gründen: Zum einen gab es nicht viel neues, zum anderen hadere ich derzeit wieder ein wenig mit meinem Körper bzw. dessen Leistungsfähigkeit und den kleinen Zipperlein, die mich derzeit wieder ein wenig nerven! Das macht mich natürlich im Hinblick auf den immer näherkommenden Beginn des Marathontrainingsplans ein wenig nervös.
Um auch einmal auf andere Gedanken zu kommen, fuhr ich letzten Sonntag nach Frankfurt um mir den Ironman anzuschauen. Das Wetter war jetzt nicht so der Brüller, aber für die Athleten sicherlich angenehmer als die fast 40 °C letztes Jahr.
Den Anfang schaute ich mir noch per Livetream im Internet an und ich schaffte es doch tatsächlich so nach Frankfurt zu fahren, um die beiden deutschen Sieger einlaufen zu sehen. Das war wirklich Gänsehautfeeling pur! Zwischen dem 1. und dem 2. lagen noch nicht mal eine Minute Zeitunterschied, was beim Ironman relativ ungewöhnlich ist. Ich blieb noch ein wenig an der Strecke um auch die Age-Grouper (also die Nicht-Profis, Amateure hört sich so abwertend an) auf ihren letzten Metern anzufeuern. Es war wirklich Wahnsinn, zu was die Leute fähig sind, nämlich 10, 12 Std. oder noch länger Ausdauersport zu betreiben. Davor kann ich wirklich nur meinen Hut ziehen.

Der Gewinner Sebastian Kienle
 Wie gesagt, derzeit läuft es bei mir eher schlecht als recht. Es ist zwar nicht so gravierend wie letztes Jahr um diese Zeit, aber es reicht, um mir auf den Keks zu gehen. Da ich nach dem freitaglichen Bereitschaftsdienst nicht wirklich zu einem langen Lauf fit war und auch noch "wandernderweise" ein wenig unterwegs war, wandelte ich die den Wochenendslanglauf einfach um.
Zahlen, Daten, Fakten: 5,5km laufen hin - 1,5km Brustschwimmen - 4km laufen zurück
Es sollte nämlich zusätzlich auch endlich mal ein schwimmbadtauglicher Tag werden. So entschloss ich mich, zum Schwimmbad zu laufen, dort zu schwimmen und wieder zurück zu laufen. Ich fand das vorher eine ziemlich coole Idee...und ein wenig nachher auch wieder, nur zwischendrin bin ich doch wieder ein wenig an meine Grenzen gekommen: Auf Grund der Uhrzeit startete ich wieder nüchtern...was im Nachhinein nicht gerade die beste Idee war. Denn die erste Verpflegung an diesem Tag gab es, als ich wieder daheim war. Außerdem hatte ich meine Wanderung auch noch in den Knochen.
Ganz bis nach Hause habe ich es leider nicht geschafft...den letzten Kilometer musste ich dann doch gehenderweise überwinden. Aber immerhin war es ein wirklicher Run-Swim-Run und die Zeiten waren für die Umstände gar nicht sooo katastrophal wie gedacht. Das fand ich dann doch ganz ok. Trotzdem war ich den restlichen Tag heute natürlich ziemlich platt, aber egal.
Es macht Spaß, immer mal wieder etwas neues auszuprobieren...denn das Leben beginnt schließlich außerhalb der Komfortzone.


Montag, 13. Juni 2016

; Projekt Semikolon; die 2.te

Da ist es also, mein ganz persönliches Semikolon.

mein Semikolon


Aber warum jetzt, warum als Tattoo und warum in dem Wort "Fighter" inkludiert?
Jetzt, zum einen weil ich es erst vor kurzem von "Project Semicolon" und dessen Idee erfahren habe. Zum anderen, weil ich, fast schon auf die Uhrzeit genau (gerade ist es 16:09), einen Schlussstrich unter einen Kontakt gezogen habe, der mich nachweislich immer wieder, mal mehr mal weniger, in das Jahr 2015 zurückezogen hat. Die Vernunft sagte schon lange, dass es besser ist, den Kontakt abzubrechen bzw. darum zu bitten, von weiterer Kontaktaufnahme mit "tollen" News abzusehen. Aber es brauchte scheinbar doch ein paar Erkenntnisse meinerseits (z.B. wie man Freundschaft definiert) und auch mit dem innersten Ich festzustellen, dass manche Dinge einen schier vergiften und man das ganz lange nicht wahrhaben wollte.
Diese Erkenntnis hat bei mir eine halbe Ewigkeit gedauert, aus Gründen, auf die ich vielleicht ein anderes Mal eingehen werde. Die letzte Sitzung bei meiner Friedhorst-Dompteuse hat dazu beigetragen, dass der wachsende Teil in mir, der sagt, dass der Kontaktabbruch einfach sein MUSS richtig durch kam und aktiv wurde. Ich verspürte eine tierische Unruhe und einen inneren Druck und setzte mich in meiner Heimatstadt in ein Café, bestellte einen Aperol und schrieb die für mich so schwierige Nachricht an Olaf.
Ich hatte gehofft, dass sich relativ schell, also bitte sofort!, eine Art Erleichterung einstellte. Aber das Gegenteil war der Fall: Sämtliche negativen Emotionen aus 2015 inkl. der verhassten Gedankenschleifen kamen wieder hoch...und das nicht nur mitten in dem Café, sondern auch im Auto auf der Autobahn. An diesem Tag schienen erstmal alle Fortschritte dahin, alles was ich mir bisher erarbeitet und erkämpft hatte. Das machte mich wütend...aber nicht auf Olaf, sondern auf mich!
Heute, eine Woche später, kann ich sagen, dass nicht alles dahin war bzw. ist. Wenn dem so wäre, hätte ICH nicht den Zeitpunkt für den Kontaktabbruch gewählt, sondern hätte ihn von anderen wählen lassen. Hätte mich weiterhin passiv verhalten und einfach nur ausgehalten und über mich ergehen lassen. Oder den Schritt vollzogen, weil mein Umfeld meint, dass es jetzt endlich sein muss.  Ich muss diese Geschichte, dass komplette Durchleben der Emotionen, auch erstmal wieder ein bissel verdauen.

Warum habe ich Fighter gewählt?
Manchmal muss ich mich aktiv daran erinnern, dass ich kämpfen kann, nämlich nicht nur beim laufen, sondern auch in und für mein Leben. Und, zum Kuckuck, dass darf jetzt gerne mal so laufen, wie ich das möchte.





Sonntag, 22. Mai 2016

"Bedenke: Ein Stück des Weges liegt hinter dir, ein anderes Stück hast du noch vor dir. Wenn du verweilst, dann nur, um dich zu stärken, nicht aber um aufzugeben." Aurelius Augustinus (354-430) 

Zwar im Rahmen meiner Marathonlektüre gelesen, passt aber bei mir nicht nur auf den sportlichen Aspekt meines Lebens wie Ar*** auf Eimer...!

Samstag, 14. Mai 2016

Hmmm...

Mein Wings for Life World Run endete für mich im ersten Augenblick so:


Frustriert, dass ich mein Ziel nicht auch nur annähernd erreicht hatte. Wie in meinem vorigen Beitrag zu lesen, konnte ich aber das schlechte Gefühl, die Wut auf mich, den Frust, relativ schnell in umwandeln das Vorhaben, nächstes Jahr erneut zu starten.
Meine Arbeitswoche war zwar relativ kurz an Arbeitstagen, aber irgendwie fühlte ich mich nicht wirklich fit: Blase am Fuß (kleines Andenken an den Wings for Life), beginnende Erkältung, die irgendwie nicht richtig durch kommt, 2 Tage Kopfschmerzen wegen des Wetterumschwungs etc. pp. Trotzdem schaffte ich es, 2x Laufen zu gehen. Einmal nach dem Bereitschaftsdienst, wo ich ja schon darauf eingestellt bin, dass die Zeiten nicht so bombastisch sind. Und keine 24 Stunden später habe ich mal wieder einen Wake up run gemacht, weil mir das einfach total gut tut, auch wenn das bedeutet, dass um 3:50 der Wecker klingelt. Auch hier war meine Zeit schlechter als sonst.





Außerdem hatte ich auch mit kleineren muskulären und köchernen Zipperlein zu kämpfen, bei denen ich mittlerweile hellhörig werde, da ich letztes Jahr bereits meine Quittung dafür bekommen habe, als diese übergangen habe.
So habe ich mich heute schweren Herzens entschlossen, meinen allsamstäglichen langen Lauf ausfallen zu lassen. Für mich ist das ein weiterer Punkt zum Thema auf "Challenge Geduld". Denn ich war heute wirklich gar nicht laufen. Ein sehr seltsam Gefühl. Die erste Woche seit Monaten, in der ich "nur" 2x Laufen war und das erste Wochenende an das ich mich bewusst erinnere, an dem ich keinen langen Lauf und auch kein Alternativtraining im Studio auf dem Crosstrainer gemacht habe. Gut, gerade habe ich ein bissel Kettlebell- und Blackrolltraining gemacht, aber eben keine Ausdauer. 
Das Leben beginnt ja bekanntlich außerhalb der Komfortzone. Wenn ich bald Richtung Marathon starte, gehört eben auch die Regeneration dazu, was für mich bekanntlich mit die schwerste Aufgabe wird. Vielleicht ist das mein heutiges Training: Mal ein komplettes Wochenende ohne Laufen auszuhalten.
Oder läuft das (schon wieder) unter Ausreden finden?






Samstag, 30. April 2016

In genau 6 Monaten...

...bin ich hoffentlich quer durch die Frankfurter Innenstadt unterwegs, habe die Halbmarathonmarke schon längst passiert und habe es hoffentlich nicht mehr ganz so weit bis zu Festhalle.

Die schlechte Nachricht ist: Ich habe immernoch keinen für mich guten Trainingsplan gefunden und habe heute mal wieder mit ein paar Zipperlein (dank des Halbmarathons letzten Samstag und des Intervalltrainings Mitte der Woche) zu tun gehabt und habe meinen langen Lauf heute bewusst ein bisschen runtergeschraubt. *grmpf* Denn schließlich möchte ich nächsten Sonntag in München schon ein paar Kilometer sammeln und Spaß dabei haben.
Die gute Nachricht ist: Meine Anmeldung zum Marathon habe ich bisher noch nicht bereut.

Ich habe gemerkt, dass nicht nur der Trainingsplan eine Challenge wird oder meine Stimmung, die sicherlich bei entsprechender Anstrengung auch mal wieder in Frust umschlagen wird (das gute ist aber, dass ich durch den Halbmarathon bereits darauf eingestellt bin) und natürlich auch mein Umfeld etwas davon haben wird, sondern vor allem die Regenerationszeiten! Laut Literatur (und normalen Menschenverstand) ist diese genauso nötig, wie regelmäßiges Training. Allerdings ist für mich "Ruhe halten" und Pensum reduzieren wesentlich schwerer als das Laufen gehen bei Wind und Wetter. 

Jetzt steht aber erstmal der Wings for Life World Run 2016 an und das wird bestimmt ein tolles Event. Sogar das Wetter soll sich bis dahin ein wenig berappelt haben. Ich werde berichten. :-)

 

Sonntag, 20. März 2016

"Challenge Geduld", die 2. oder gestern war kein guter Lauftag

Es ist ja bekannt, dass Geduld nicht meine Stärke ist...also so gar nicht! Und damit habe ich gerade echt zu kämpfen.

Ok, ich muss zugegeben, rein sportfrei war letzte Woche nur der Montag und der Freitag. Dienstag saß ich bereits wieder auf dem Fahrrad, Mittwoch waren Fahrrad und Crosstrainer dran, Donnerstag habe ich meine erste Laufrunde post-Halbmarathon gedreht. Freitag war ich dann shoppen in der Mainmetropole und gestern brach ich wie immer zu meinem langen Lauf am Wochenende auf und was soll ich sagen...es war wirklich eine Quälerei *grmpf* Ich kann gar nicht genau sagen, weshalb. Die Pulswerte schienen normal, es war "nur" eine Strecke von 13,8 km und noch nicht mal 90min. Demnach nur ein Bruchteil von letztem Sonntag. Körper und Geist waren einfach dermaßen müde, dass wirklich nichts mehr ging und ich ziemlich gefrustet war.
Was macht man nun, wenn man derart gefrustet nach Hause kommt? Als erstes versucht man (bzw. habe ich versucht), mir klar zu machen, dass ich wohl doch noch etwas mehr Regenerationszeit benötige, als ich selbst gedacht habe...was mich erstmal ziemlich nervt. Wenn ich mir aber mal vor Augen führe, dass ich gerade mal ca. 15 Monate laufe, objektiv "eigentlich" nachvollziehbar. Trotzdem ätzt es mich an, zum einen weil ich die Natur zu schätzen gelernt habe (ich demnach lieber draußen als drinnen im Studio bin) und weil ich nach wie vor (irrationale) Bedenken habe, meine Kondition zu verlieren. Und ja, ich habe mehrfach gelesen, dass Regeneration zum Training mindestens genauso dazu gehört, wie regelmäßiges Schweinehund- und Friedhorstüberwindung. In der obersten Kommandozentrale ist es angekommen, nur Herz und Körper wollen das noch (nicht) verstehen! *grmpf* 

Da ich mit Verwandtenbesuch aber gestern doch noch einiges an Programm hatte, konnte ich meine Gedanken doch noch ein wenig weg vom negativen lenken.
Trotzdem habe ich mich, wie die letzten Tage auch schon, viel mit dem Laufen beschäftigt: Wie könnte ich mein Training die nächsten Wochen gestalten, welche Strecken wären mal reizvoll, an welchen Wettkämpfen möchte ich dieses Jahr noch teilnehmen.
Genaueres darüber werde ich die nächsten Wochen noch berichten. ;-)
Eine Anmeldung habe ich allerdings eben gerade ausgefüllt: Ich habe mich als Volunteer beim Ironman 70.3 Wiesbaden 2016 beworben. Da ich ja selbst mittlerweile an einigen Wettkämpfen teilgenommen habe weiß ich, dass solche Events ohne freiwillige Helfer gar nicht statt finden würden bzw. könnten. Letztes Jahr stand ich an der Radstrecke des Ironman Frankfurt und war von den Athleten schlechtweg begeistert (auch wenn die wenigsten noch richtig frisch aussahen).
Da ich mich selbst aber für ziemlich radfahruntalentiert halte, kommt Triathlon für mich nicht in Frage. Um dennoch an ein Teil eines solchen Events zu werden, werde ich also in meiner Heimatstadt mich hoffentlich an der Laufstrecke bzw. im Ziel um die Athleten kümmern können und evt. noch die IronKids betreuen :-) Ich bin sehr gespannt, wann ich die nächsten Informationen erhalten.

Mittwoch, 16. März 2016

"Challenge Geduld" oder "Zahlen, Daten, Fakten"

Heute ist also der "2. Tag after" Was bedeutet das nun konkret?

Emotional ist es (leider immer noch) nicht so ganz gesackt. Keine Ahnung, warum. Es erscheint mir, als wäre das am Sonntag eine andere Person gewesen, die diese Distanz bewältigt hätte.
Gestern habe ich mich das erste Mal mal wieder sportlich betätigt, und bin  mal 45 min Fahrrad gefahren. Gleich geht es dann erneut ins Studio, um auf dem Crosstrainer mal zu testen, was denn das linke Knie zu abgeschwächten Laufbewegungen sagt ;) Radfahren ging gestern ganz gut...die Treppen vorher und hinterher zum Rad hin waren allerdings ein wenig beschwerlich :D Demnach muss es doch so gewesen sein, dass ich höchstpersönlich da am Sonntag gestartet bin.
 Morgen allerdings MUSS ich dann einfach raus in die Laufschuhe und die Natur, denn zum einen jährt sich morgen einer meiner läuferischen Meilensteine (wer es nicht mehr weiß, kann es hier nachlesen), besondere Grüße an Wolke 7 müssen ebenfalls verschickt werden...und ich habe das ganz bescheuerte Gefühl, dass wenn ich nicht morgen wieder die Laufschuhe schnüre, ich wieder zur Couchpotatoe mutiere. Ziemlich dämlich, da ja nur der Montag komplett ohne Sport waren, es heute wieder auf den Crosser geht und dann morgen am Donnerstag zumindest eine kleine Runde gedreht wird. Mich beschleicht wirklich das Gefühl, dass ganze seltsame Gefühl, das Laufen wieder "zu verlernen"! Nüchtern betrachtet totaler Quatsch! Friedhorst, halt einfach die Klappe!!!
Körperlich ist heut der erste Tag, an dem ich zwar immernoch "etwas merke", aber bisher nicht das Gefühl habe, ich müsste besonders auf mein Knie o.ä. acht geben. Mal sehen, wie es sich nach dem Studio verhält ;) Ich hätte nicht gedacht, dass der Lauf tatsächlich so "lange" nachwirkt. Geduld ist mal wieder angesagt...etwas, was ja so gar nicht mein Steckenpferd ist und in der Vorwettkampfregeneration ja schon zu ein wenig Missstimmung führte.

Da der Sonntag ja ein Meilenstein ist und bleibt, hatte ich mich schon weit vorher entschlossen, dass ganze auch sichtbar und damit fassbarer für mich zu machen. Heraus gekommen ist dabei Hermes Flügelschuhe und ein Spruch, der nicht nur zum Laufen, sondern auch zu meiner Gesamtsituation passt:


Hier aber nochmal ein paar Zahlen, Daten, Fakten zu meinem Halbmarathon:
Mit 4798 anderen Startern ging ich an den Start, davon 3499 Männern und 1318 anderen Frauen. Im Schnitt lief ich ein Tempo von 5:50min/km und war laut Uhr die meiste Zeit im hohen Puls- und damit Belastungsbereich unterwegs (ca 19 km lang). Viel mehr wäre demnach nicht drin gewesen...vielleicht ohne Gegenwind und das Ausbremsen am Anfang, aber darauf hat man nicht wirklich Einfluss, leider.
Wie man aber sieht, zumindest laut Uhr gab es ein paar neue persönliche Rekorde :)

Die Strecke
Persönliche Rekorde

Nun bin ich wirklich mal gespannt, ob ich nach dem Crosstrainer und Fahrrad fahren eine Gehilfe benötige oder nicht. :)